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Die Energiewende erfordert nicht nur den zügigen Ausbau erneuerbarer Energien, sondern auch eine faire Verteilung der damit verbundenen Kosten. Ein wesentlicher Aspekt sind die Netzentgelte, die bestimmen, wie Kosten für den Stromtransport auf verschiedene Verbrauchergruppen verteilt werden. Doch sind die bisherigen Maßnahmen und Regelungen angesichts der wachsenden Zahl an Haushalten mit dezentraler Stromerzeugung noch zeitgemäß und sozialverträglich?
In den letzten Jahren sind die Netzentgelte gestiegen – unter anderem aufgrund des erforderlichen Netzausbaus, aber auch durch steigende Betriebskosten und regulatorische Vorgaben. Die folgende Abbildung zeigt die jüngste Entwicklung: Das Netzentgelt für Haushaltskunden betrug im Jahr 2024 durchschnittlich 11,62 Cent/kWh – eine Steigerung von 76 Prozent im Vergleich zu 2015.
Während Heim-PV-Anlagen einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten, verändert die zunehmende Eigenstromerzeugung die Finanzierung der Netzinfrastruktur grundlegend. Da sich die Netzentgelte nach der bezogenen Netzstrommenge bemessen, zahlen Haushalte mit eigener PV-Anlage durch ihren reduzierten Netzbezug absolut gesehen geringere Netzentgelte – obwohl sie das Netz weiterhin nutzen, insbesondere in Zeiten geringer Eigenproduktion. Dadurch leisten sie einen geringeren finanziellen Beitrag zur Strominfrastruktur, während die verbleibenden Netzkosten auf eine kleinere Strommenge umgelegt werden. Die Folge: Haushalte ohne eigene Erzeugungsanlagen werden überproportional belastet.
Gleichzeitig verändert der Hochlauf von Wärmepumpen, Heimspeichern und Elektroautos die Netzlasten und stellt neue Anforderungen an die Infrastruktur. Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge erhöhen den Stromverbrauch und könnten langfristig zur Stabilisierung der Netzentgelte beitragen, da die Fixkosten auf eine größere Verbrauchsmenge verteilt werden. Allerdings hängt dieser entlastende Effekt davon ab, ab wann die steigende Nachfrage die hohen Investitionskosten für den Netzausbau tatsächlich ausgleicht.
Ein zentraler Punkt bleibt die Versorgungssicherheit: Unabhängig vom individuellen Netzstrombezug muss die Netzinfrastruktur jederzeit ausreichend dimensioniert sein, um alle Haushalte – insbesondere im Winter, wenn die Eigenstromerzeugung gering ist – zuverlässig mit Strom zu versorgen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob das derzeitige Netzentgeltmodell noch gerecht ist. Denn Haushalte, die entweder finanziell oder strukturell keine Möglichkeit haben, eigene Erzeugungsanlagen zu installieren, tragen aktuell einen überproportionalen Anteil der Netzkosten. Um eine faire Lastenverteilung zu gewährleisten, könnte eine Reform der Netzentgeltsystematik erforderlich sein, die die tatsächliche Netznutzung stärker berücksichtigt.
Die Energiewende kann nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn sie nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern auch sozial gerecht gestaltet wird. Doch aktuell zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht in der Finanzierung der Netzinfrastruktur: Haushalte mit eigener Stromerzeugung profitieren doppelt – durch niedrigere Energiekosten und reduzierte Netzentgelte. Gleichzeitig tragen Haushalte ohne PV-Anlage oder Heimspeicher einen überproportional hohen Anteil der Netzkosten. Die zunehmende Verbreitung von Wärmepumpen, Heimspeichern und Elektrofahrzeugen verändert die Netzauslastung und stellt neue Anforderungen an die Netzentgeltstruktur.
Um die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende zu sichern und eine faire Kostenverteilung zu gewährleisten, ist eine Reform der Netzentgelte unumgänglich. Die aktuelle Berechnungsgrundlage, die sich vor allem am individuellen Netzbezug orientiert, muss überarbeitet werden, sodass sie die tatsächliche Netznutzung sowie die Vorhaltung der Infrastruktur stärker berücksichtigt. Eine Netzentgeltreform könnte soziale Gerechtigkeit und die technischen Anforderungen der Energiezukunft in Einklang bringen und damit die Energiewende auf ein stabiles, solidarisches Fundament stellen.
Hartmut Müller
Partner
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