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Ob Green Bonds oder ESG-gebundene Darlehen: Nachhaltige Finanzierungsinstrumente bieten neue Chancen für Unternehmen. Lesen Sie, wie sie wirken und welche Faktoren bei der Auswahl entscheidend sind.
Nachhaltige Finanzinstrumente haben in Deutschland in den letzten Jahren beachtliches Wachstum erfahren. Doch deutsche Unternehmen sind bei deren Nutzung weiterhin zurückhaltend – insbesondere, weil sie die Datenerfassung, das Reporting und die externen Zertifizierungspflichten dabei als herausfordernd empfinden.
Klassische Finanzierungsinstrumente bieten auf den ersten Blick maximale Flexibilität, da sie nicht unmittelbar an Nachhaltigkeitskriterien gebunden sind. Ihr Einsatz ist mit geringen Berichtspflichten verbunden, sie ermöglichen eine freie Mittelverwendung und sind in jeder Unternehmensgröße einsetzbar.
Doch sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) haben klare Vorgaben gemacht, nach denen ESG-Risiken zu den integralen Bestandteilen des Risikomanagements gehören. Demnach müssen bei der Bestimmung des Risikoprofils eines jeden Darlehens ESG-Faktoren Berücksichtigung finden. Das bedeutet, dass Unternehmen, die physischen oder transitorischen Umweltrisiken stärker ausgesetzt sind als andere, entweder schwerer eine Finanzierung erhalten oder aufgrund von zusätzlichen Risikoaufschlägen höhere Zinsen zahlen müssen.
Nachhaltige Finanzierungsinstrumente setzen genau hier an: Sie ermöglichen Zinsvorteile im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitszielen, einen besseren Kapitalmarktzugang und Reputationsgewinne durch die Erreichung von ESG-Zielen.
Während Großunternehmen sich über Nachhaltige Bonds finanzieren, sind die entsprechenden Darlehens- und Schuldscheinvarianten attraktive Alternativen für den gehobenen Mittelstand. Sie bieten mehr Flexibilität und einen geringeren administrativen Aufwand als eine Anleiheemission.
Am 21. Dezember 2024 ist der EU Green Bond Standard (EUGBS) in Kraft getreten, der einen einheitlichen Rahmen für die Emission grüner Anleihen innerhalb der EU gibt. Abgesehen hiervon gibt es keinerlei regulatorische Vorgaben, um die anderen nachhaltigen Finanzierungsformen, die am Markt existieren, zu klassifizieren. Es haben sich lediglich Marktstandards herausgebildet, die von führenden Branchenorganisationen wie der Loan Market Association (LMA) oder der International Capital Markets Association (ICMA) entwickelt wurden.
Diese nachhaltigen Instrumente kommen in Frage:
GBs sind geeignet, um konkrete Einzelprojekte zu finanzieren. Dieser Standard ist zwar freiwillig, hat aber „Biss“ und sagt dem Greenwashing den Kampf an. Denn die Verwendung des Labels „EU-Green Bond“ ist an die Einhaltung strenger Voraussetzungen geknüpft:
Aus Investorensicht ist die strenge Regulierung und Transparenz zu begrüßen. Aus Finanzierungssicht erfordert die Einhaltung dieses Standards jedoch einen erheblichen Aufwand, was zu einem Hemmschuh für dessen Verbreitung werden kann.
SLBs eignen sich insbesondere für Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsstrategie in die Gesamtfinanzierung des Unternehmens integrieren möchten. Die Verwendung des Emissionserlöses wird nicht an ein spezifisches Projekt gekoppelt. Stattdessen werden wesentliche, messbare, überprüfbare und individuell ausgestaltete ESG-Kennzahlen (Key Performance Indicators – KPIs) zur Überprüfung ambitionierter Sustainability Performance Targets (SPTs), wie beispielsweise die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, definiert. Je nachdem, ob diese Ziele erreicht werden oder nicht, sehen die Anleihebedingungen finanzielle oder strukturelle Anreiz- bzw. Strafmechanismen vor.
Trotz fehlender Regulierung sehen die Musterdokumentationen der o. g. Branchenorganisationen umfangreiche Berichterstattungs-, Überprüfungs- und Zertifizierungsverpflichtungen vor.
Green Loans oder Sustainability Linked Loans kommen in den verschiedensten Formen wie zum Beispiel Garantien, Terminkreditlinien, revolvierenden Kreditlinien sowie Schuldscheindarlehen vor. Sie sind zweckgebundene Finanzierungen, die ausschließlich für grüne Einzelprojekte oder zur Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie gewährt werden. Aufgrund ihrer Zweckbindung muss bereits im Term Sheet definiert werden, was die Vertragsparteien als „Grünes Projekt“ verstehen. Ein besonderes Augenmerk ist auf die konkrete Mittelverwendung, deren Zuordnung und Nachverfolgung sowie die Reportingpflichten vor Auszahlung und während der Laufzeit des Kredits zu legen.
Bei der Sustainability-Linked Variante wird eine Verbindung zwischen SPTs und Marge hergestellt. Werden SPTs erreicht oder verfehlt, verringert oder erhöht sich die Marge, wird eine Strafzahlung fällig oder ein Kündigungsgrund ausgelöst. Auf Basis von individuell definierten KPIs wird festgestellt, ob und inwieweit die SPTs erreicht wurden.
Werden wesentliche spezifische Regelungen dieser nachhaltigen Darlehen verletzt, tritt ein sogenanntes Deklassifizierungsereignis ein. Dadurch wird die Qualifizierung als „nachhaltiges Darlehen“ beendet. Dies kann Kündigungsgründe auslösen, zu einem Sondertilgungsrecht führen oder den Wegfall von Zinsvergünstigungen zur Folge haben.
Beim Green Schuldschein besteht die Besonderheit, dass dieser von der arrangierenden Bank direkt an institutionelle Investoren ausplatziert werden kann. Als kostengünstige Alternative zur Anleihe und aufgrund der Flexibilität in der Strukturierung ist der Schuldschein in Deutschland ein sehr beliebtes Instrument im Rahmen der Unternehmensfinanzierung.
Der Bundesverband öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) hat in Zusammenarbeit mit führenden Landesbanken hierzu einen eigenen Green Schuldschein Standard entwickelt.
Darlehen, einschließlich Schuldscheine, ermöglichen gerade Unternehmen des Mittelstandes mehr Flexibilität bei ihrer Nachhaltigkeitsstrategie, vermeiden regulatorische Hürden sowie zusätzlichen Dokumentationsaufwand. Dies hat die folgenden Gründe:
Um das geeignete grüne Finanzierungsinstrument auszuwählen, sollten Unternehmen eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführen. Denn zunächst muss geprüft werden, ob die finanziellen Vorteile den höheren Aufwand rechtfertigen.
In diese Kosten-Nutzen Analyse sollten Unternehmen aber nicht nur finanzielle Faktoren einbeziehen, sondern auch nicht-finanzielle Erwägungen. Dazu gehören etwa die Steigerung der Reputation, die Verbreiterung der Investorenbasis, Marketingeffekte, die Steigerung der Awareness (intern/extern) und der Arbeitgeberattraktivität sowie die Verbreiterung der Kundenbasis.
In der EU, insbesondere Deutschland, besteht die Erwartung, dass in den kommenden fünf Jahren die Nachfrage nach nachhaltiger Finanzierungen erheblich ansteigen wird. Maßgeschneiderten Finanzierungslösungen werden dabei bevorzugt werden. Für das Jahr 2025 besteht sowohl bei den projektbezogenen als auch ESG-linked Finanzierungen eine moderate Wachstumserwartung.
In den USA herrscht bei nachhaltigen Finanzierungen eine starke politische Verunsicherung und ein zunehmender regulatorischer Gegenwind. Auch wenn nachhaltige Investments bei institutionellen Investoren trotzdem immer noch stark nachgefragt werden, wird entscheidend sein, wie sich die US-Regierung weiter positioniert und welchen Einfluss sie auf nachhaltige Projekte nehmen wird.
Wer nachhaltig wachsen will, sollte nicht nur auf Grüne Technologien setzen, sondern auch auf passende nachhaltige Finanzierungsinstrumente zurückgreifen. Sie können, richtig eingesetzt, finanzielle und nicht-finanzielle Vorteile bringen.
Sowohl nachhaltige Darlehen als auch Schuldscheine bieten hierzu individuelle Lösungen. Diese Instrumente ermöglichen es Unternehmen, für die der Green-Bond Standard zu hohe Anforderungen stellt, mit angemessenem Aufwand die Finanzierung der Transformation zu stemmen.
Heinrich Thiele
Of Counsel
Rechtsanwalt, Steuerberater
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